

Institutionen, Privatpersonen und Organisationen verbindet Jahr für Jahr ein festes Datum: Am dritten Samstag im Juni stellen sie überall in Deutschland Aktionstische auf, um lokal und bundesweit Zeichen zu setzen: Für Vielfalt und Zusammenhalt! Nach dem Prinzip „Tische und Stühle raus“ ruft die Initiative Offene Gesellschaft seit 2017 zu Dialog und Miteinander am Tag der Offenen Gesellschaft auf. Ziel ist es, einen positiven, mutmachenden Raum für Begegnungen zu öffnen.
An diesem Tag der offenen Gesellschaft am 20. Juni lädt in diesem Jahr auch das Leimener Bündnis für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt zu einem besonderen Abend unter freiem Himmel ein: Wir möchten uns mit vielen Menschen im Menzerpark treffen und an einer bunten und vielfältigen Tafel zusammen essen! Jede/r bringt etwas zum Essen und Trinken mit, wir teilen und tauschen. Es wird ein buntes Miteinander. Wer die Möglichkeit hat, bringt bitte auch Sitzgelegenheiten und einen Tisch mit. Ein paar Tische haben wir auch vor Ort. Alle Menschen sind herzlich eingeladen. Freuen wir uns auf viele schöne Begegnungen!

Auf Initiative des Leimener Bündnisses für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt haben sich am 19. Februar Bündnismitglieder mit Gemeinderätinnen und Gemeinderäten der Freien Wähler, SPD, GALL und FDP auf dem St. Ilgener Wochenmarkt zu einer gemeinsamen Fotoaktion getroffen. Auch die beiden Landtagskandidatinnen Claudia Felden, FDP, und Xenia Rösch, SPD, waren dafür vor Ort.
Ziel dieser Aktion war es, ein sichtbares Zeichen für das respektvolle Miteinander und die konstruktive Zusammenarbeit der demokratischen Kräfte vor Ort zu setzen. Unterschiedliche politische Positionen gehören zur Demokratie – ebenso wie der faire und sachliche Umgang miteinander.
So versammelten sich alle Beteiligten hinter dem Plakat mit dem Leitmotiv „Unterschiedliche Meinungen. Gleicher Respekt. Gemeinsam für Leimen. Gemeinsam fürs Land.“ Sie rufen alle Wahlberechtigten dazu auf, von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen und sich an der Landtagswahl am 08. März 2026 zu beteiligen.
Demokratie lebt von Beteiligung.
Demokratie lebt vom Mitmachen.
Demokratie lebt vom Wählen.
Für Leimen.
Für unser Land.
Für eine starke Demokratie.

„Gemeinsam im Land“ – Zusammenarbeit und wertschätzende Kommunikation ist auch vor einer Landtagswahl möglich. Das zeigte die Podiumsdiskussion, zu der das Leimener Bündnis für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt am 16. Januar ins evangelische Gemeindehaus eingeladen hatte. Gut 80 interessierte Menschen aus Leimen und Umgebung waren gekommen, um sich anzuhören, was die Kandidierenden der demokratischen Parteien aus dem Wahlkreis zu sagen hatten.
Hausherrin und Bündnismitglied Pfarrerin Natalie Frey begrüßte das Publikum und die fünf Kandidierenden auf dem Podium. Eingeladen und anwesend waren die Leimener Bürgermeisterin Claudia Felden (FDP), die Landtagsabgeordnete Christiane Staab (CDU) und Yannick Veits (Bündnis 90/Die Grünen). Marlon Käsemann (Linke) hatte aus terminlichen Gründen seine Zusage zurückziehen müssen, er wurde vertreten von seiner Parteikollegin Mara Zeltmann, die im Wahlkreis Schwetzingen antritt. Für die an Corona erkrankte SPD-Kandidatin Xenia Rösch sprang kurzfristig ihr Zweitkandidat Florian Mattheier an, der die Positionen seiner Parteikollegin aber sehr genau kannte, so dass man sich im Publikum dennoch ein gutes Bild machen konnte.
Nach einer informativen Vorstellungsrunde mit den Kandidierenden, bei der auch persönliches der Kandidierenden zur Sprache kam, stellte Moderatorin Katja Hilser Fragen in den drei Themenblöcken Familienpolitik, Verkehr/Energiewende und Finanzen. Dabei wurde deutlich, dass sich die Kandidierenden in einigen Bereichen wie dem Bürokratieabbau und der dringend nötigen besseren finanziellen Unterstützung für die Kommunen durchaus einig waren. Bei anderen Fragen z.B. nach der Bezahlbarkeit von Kinderbetreuung oder der Förderung von Windkraft gab es aber unterschiedliche Eisnchätzungen und nicht immer wurden Lösungsansätze präsentiert.
Nach jedem Block war Zeit für Fragen, die aus dem Publikum eingereicht wurden. Gaby Schlenker und Eva Neuschäfer sortierten die auf Karten eingehenden Fragen und reichten sie an die Kandidierenden weiter. Einige Fragen konnten auch durch Abstimmung per Handzeichen von den Kandidierenden beantwortet werden, so z.B. wer für die Nutzung von Atomkraft ist, wer den Vorschlag von Markus Söder zur Zusammenlegung von Bundesländern gut findet und wer am Wahlalter von 16 Jahren festhalten möchte.
Natürlich waren die meisten angeschnittenen Themen an diesem Abend aber sehr viel komplexer, so dass die eigentlich angesetzten 90 Minuten für die Veranstaltung nicht reichten. Nach zwei Stunden intensiver Fragen und Antworten und dem offiziellen Ende der Veranstaltung nutzten zahlreiche Anwesende auch noch die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch mit den Kandidierenden ihre Fragen loszuwerden. So war diese Veranstaltung eine gute Informationsmöglichkeit, um bei der Landtagswahl am 8. März eine gute Entscheidung zu treffen.

Für Sonntag, den 04.01.2026, hatte das Leimener Bündnis für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt zu einer Kundgebung unter dem Motto „Demokratie schützen – kein Schritt nach rechts“ eingeladen. Trotz winterlicher Temperaturen folgten rund 80 Teilnehmende aus Leimen und Umgebung der Einladung, um ein klares und friedliches Zeichen für Demokratie und Vielfalt zu setzen. Neben Vertretern von Parteien und Initiativen waren darunter auch eine Reihe von Familien.
Die Veranstaltung verlief durchgehend ruhig, respektvoll und ohne Zwischenfälle. In Redebeiträgen wurden gesellschaftliche Herausforderungen benannt und zugleich zu Zusammenhalt, Solidarität und demokratischem Engagement aufgerufen.

Ca. 20 Menschen versammelten sich am frühen Sonntagabend zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 9. November am Gurs-Mahnmal im Historischen Rathaus.
Eingeladen hatte das Leimener Bündnis für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt. Bobby Schöpe begrüßte im Namen des Bündnisses die Anwesenden. Michael Reinig sprach von der Bedeutung der schrecklichen Ereignisse rund um den 9. November auch für unsere Zeit und die daraus resultierende Verpflichtung für unser heutiges Handeln.
Im Anschluss trug Margitta Reisky die Geschichte der Deportation der badischen Jüdinnen und Juden vor, wie sie auf der Homepage mahnmal-projekt-leimen.de zu finden ist. Dort sind die Ergebnisse der beeindruckenden Arbeit von drei Schülerinnen der Geschwister-Scholl-Schule und ihres Lehrers Martin Delfosse zum Schicksal der vier jüdischen Mitbürger, die 1940 aus Leimen verschleppt wurden, nachzulesen.
Jutta Mattern verlas die Namen dieser Leimener Bürger:
Karoline Bierig, geboren am 4.8.1878
Selma Bierig, geboren am 14.11.1908
Karolina Mayer, geboren am 2.12.1879
Hugo Mayer, geboren am 15.4.1864
Alle vier lebten in Leimen, in der Rohrbacher Straße, damals Hausnummer 2, heute Hausnummer 12, sie wurden am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert. Hugo Mayer starb am 1.1.1942 im Lager Noé. Seine Frau Karolina wurde mehrfach verlegt, am 2. Juni 1944 kam sie in Auschwitz an und wurde dann ermordet. Karoline Bierig und ihre Tochter Selma kamen am 14. August 1942 in Auschwitz an und wurden dort ermordet.
Ergriffen hörten die Versammelten das traditionelle hebräische Klagelied Hashi venu, dessen Text übersetzt lautet: Bringe uns, Herr, wieder zu dir, dass wir wieder heimkommen; erneuere unsere Tage wie sie vormals waren.
Zum Abschluss bekräftigte Eva Neuschäfer für das Bündnis die Notwendigkeit einer klaren Haltung gegen das Wiedererstarken rechtsextremer Strömungen. Gemeinsam setzten die Anwesenden ein Zeichen der Erinnerung und des Zusammenhalts: Nie wieder ist jetzt!

Regie: Andres Veiel
Doku · Deutschland 2024 · 115 Min.
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Hitler und Göbbels schätzten und protegierten sie als wertvolle Gehilfin für ihre Nazi-Ideologie. Mit den Dokumentarfilmen TRIUMPH DES WILLENS (1934) über den6. Reichsparteitag der NSDAP und OLYMPIA (1938) prägte Leni Riefenstahl die Selbstinszenierung des nationalsozialistischen Regimes. Sie schuf damit ikonographi sche Bilderund wurde zur bedeutendsten Regisseurin im Dritten Reich. Ihre ideologische Nähe zumNS-Regime hat sie jedoch stets zu leugnen versucht. Sie selbst sah sich als unpolitischeKünstlerin und ihre Filme als bloßen Ausdruck einer totalitären Ästhetik des Schönenund Starken. Doch nach ihrem Tod 2003, mit 101 Jahren, offen bart ihr Nachlass ein differenzierteres Bild. Anhand von privaten Filmen, Fotos, Telefonaten und Interviews verdeutlicht die beeindruckende, preisgekrönte Doku: Sie war nicht nur eine überzeugteNationalsozialistin. Auch nach dem Krieg war sie eine Identifikationsfigur deutscher Verdrängung und Schuldabweisung.
Regie: Andres Veiel—Doku · Deutschland 2024 · 115 Min.
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Portrait einer umstrittenen Frau zwischen Filmkunst und Nazi-Ideologie


Am Freitag, den 23. Mai, hatte das Leimener Bündnis für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt zum nächsten Leseabend in der Reihe „Literatur und Demokratie“ in die Stadtbücherei eingeladen. Bürgermeisterin Claudia Felden las aus „Der Archipel Gulag“ von Alexander Solschenizyn. Das Datum der Lesung war passend gewählt: Am 23. Mai wurde der 76. Geburtstag des Grundgesetzes gefeiert. Mit Claudia Felden konnte dazu die richtige Leserin gewonnen werden, ist sie doch Preisträgerin des Helene-Weber-Preises, der nach einer der vier Mütter des Grundgesetztes benannt wurde.
Für die Lesung hatte Frau Felden drei Abschnitte aus dem Buch von Solschenizyn ausgewählt: In einem Teil der Einleitung ging es um den Wunsch Solschenizyns, andere Völker mögen aus den Erfahrungen des stalinistischen Russlands lernen können. Im zweiten Abschnitt wurde die Verhaftung Solschenizyns geschildert, bevor es in einem dritten Abschnitt schließlich um die Umsiedlung/Vertreibung ganzer Völker ging.
In der anschließenden angeregten Diskussion wurde zunächst über die Bedingungen reflektiert, die ein Lernen aus der Geschichte ermöglichen würden. Im weiteren Verlauf spielte die persönliche Einsatzbereitschaft für Werte wie Grundrechte und Freiheit eine große Rolle. Wer ist bereit, sich einzusetzen und damit auch Anfeindungen in Kauf zu nehmen? Zum Schluss wurde sowohl der bedrückend aktuelle Bezug zum Thema „Remigration“ in Deutschland, aber auch zu Kriegen weltweit diskutiert.
Das Bündnis freut sich über den gelungenen Abend und dankt Bürgermeisterin Claudia Felden für die anregende Lesung.

Fast alle der 160 Zuhörerinnen und Zuhörer gingen nach einem unterhaltsamen und spannenden Abend frohen Mutes nach Hause - bestärkt in der Ansicht, dass ein demokratischer Konsens in der Politik nicht nur nötig, sondern auch möglich ist.
Das Leimener Bündnis für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt hatte am 7. Februar, dem Jahrestag seiner Gründung, ins evangelische Gemeindehaus zu einer Podiumsdiskussion mit den vier Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis eingeladen. Hausherrin und Bündnismitglied Pfarrerin Natalie Wiesner begrüßte das Publikum im voll besetzten Saal und die vier Abgeordneten auf dem Podium Jens Brandenburg (FDP), Lars Castellucci (SPD), Jürgen Kretz (Grüne) und Moritz Oppelt (CDU).
Nach einer informativen Vorstellungsrunde mit den Abgeordneten nutzte Moderatorin Katja Hilser das Thema des Abends „Einigkeit und Recht und Freiheit“ als roten Faden für den weiteren Verlauf. In drei Themenblöcken stellte sie die Fragen, so z.B. nach den Grenzen der Freiheit, nach dem vielleicht nicht immer wertgeschätzen Wahlrecht und nach einer aktiven Zivilgesellschaft als Grundpfeiler der Demokratie. Auch Justus Heine, Kandidat der Linke, der im Saal anwesend war, bekam die Gelegenheit, zu einer Frage Stellung zu nehmen.
Nach jedem Block war Zeit für die Fragen aus dem Publikum. Gaby Schlenker und Eva Neuschäfer hatten die auf Karten eingehenden Fragen sortiert. Aufgrund der großen Menge an Fragen konnte aber nur ein kleiner Teil davon gestellt werden. Natürlich nahm auch die Frage nach einer möglichen Zusammenarbeit mit einer in Teilen gesichert rechtsextremen Partei einigen Raum ein. Ein Teil der aus Zeitgründen nicht gestellten Fragen wurde den Abgeordneten aber im Anschluss noch per Mail zur Kenntnis gegeben. Hier geht es zu diesen Fragen und Antworten.
Bei allen Fragen waren durchaus die unterschiedlichen Ansichten und Ansätze der Politiker zu hören. In der Sache war man sich nicht immer einig, im Umgang miteinander allerdings schon. Der freundliche und wertschätzende Ton war wohltuend und der gegenseitige Respekt für alle im Saal spürbar.
Jutta Mattern bedankte sich im Namen des Bündnisses bei den Abgeordneten und verabschiedete das Publikum mit einer kleinen Arbeitsaufgabe: Am Ausgang gab es kleine Karten mit Schokoherzen, die am Valentinstag an Menschen verteilt werden sollen, um sie davon zu überzeugen, am 23. Februar wählen zu gehen!
Annähernd 70 Menschen hatten sich am Montagabend, dem internationalen Holocaust-Gedenktag (27. Januar), auf dem Georgimarkt anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zu einer Mahnwache versammelt.
Jutta Mattern begrüßte im Namen unseres Bündnisses die Anwesenden, darunter 5 Mitglieder des Leimener Gemeinderats, und hielt eine kurze Rede zur Bedeutung des Gedenktags für unsere heutige Zeit. Es gehe darum, ein Zeichen gegen das Vergessen, gegen Antisemitismus, gegen Rassismus und jede Form von Hass und Ausgrenzung zu setzen.
Schweigend wurde im Anschluss der Millionen von Menschen gedacht, die Opfer des nationalsozialistischen Terrors wurden: Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Christen, Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Homosexuelle, Menschen mit Behinderung, und aller Anderen, die von dem menschenverachtenden Regime verfolgt wurden.
Ergriffen hörten die Versammelten das hebräische Lied Hine ma tov, dessen Text übersetzt lautet: Siehe, wie gut und wie schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen. Auch ein „Gebet zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und zur aktuellen Situation von Hass und Hetze“ und das Lied „Prayer of the mothers“ bewegten die Menschen tief.
Als Abschluss verlas Eva Neuschäfer einen Text von Martin Delfosse, den er anlässlich des Gedenktags geschrieben und auf der Homepage www.mahnmal-projekt-leimen.de veröffentlicht hat. Darin gibt er den vier Leimener Juden Hugo Mayer und seiner Frau Karolina, sowie Karoline Bierig und ihrer Tochter Selma aus der damaligen Rohrbacher-Str. 2 (heutige Rohrbacher-Str. 12), die alle vier Opfer des Holocaust wurden, eine Stimme. Ihr Schicksal mahnt uns zu einem steten Einsatz für Gerechtigkeit und Demokratie. Nie wieder ist jetzt!



Am 8. Mai jährt sich der Jahrestag des Ende des zweiten Weltkriegs und der Befreiung vom Nationalsozialismus. Aus diesem Anlass lädt das Leimener Bündnis für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt am Mittwoch, dem 8. Mai, um 18 Uhr zu einer Mahnwache auf dem Georgimarkt ein.
Wir möchten der Opfer von Krieg und Faschismus gedenken. Sie mahnen uns zu einem steten Einsatz für Gerechtigkeit und Demokratie. Nie wieder ist jetzt!

